Landestourismuskonzeption: Strukturen und Tourismusbewusstsein

20. August 2018

Der letzte der vier Themenworkshops im Rahmen der Weiterentwicklung der Tourismuskonzeption des Landes Baden-Württemberg zog viel Interesse auf sich: Das Thema Aufgabenteilung zwischen den verschiedenen Akteursgruppen stellt schließlich für alle Beteiligten ein überaus relevantes Thema dar.

 

Strukturen

Die Aufgaben von Destinationsmanagementorganisationen (DMO) auf regionaler und lokaler Ebene ändern sich. Ein Blick in die unmittelbare Zukunft sieht wie folgt aus:

  • Die DMO von 2030 hat sich von der Dominanz des Marketings befreit und ist zu einer Netzwerkorganisation geworden.
  • Die DMO 2030 wirkt deutlich stärker nach innen – als Kompetenzzentrum, Beratungszentrum und Initiator.
  • Lokale DMOs sind vor allem für Gästeservice, Produktentwicklung und Sicherstellung einer hohen Qualität zuständig.
  • Die Voraussetzungen für die Bewältigung der komplexer werdenden Aufgaben müssen heute geschaffen werden.
Themenworkshop Strukturen

Themenworkshop Strukturen

Der Bedarf zur Anpassung zeigte sich auch im Rahmen der Online-Analyse: Bei den elementaren Erfolgsfaktoren für den Tourismus in Baden-Württemberg wurde nahezu von allen Akteuren das Thema „Einbindung und Zusammenarbeit“ als wichtigstes Ziel genannt. Dies versinnbildlicht ein Problem, welches in Baden-Württemberg aktuell noch in vielen Regionen vorherrscht: Kirchturmdenken, Kleinteiligkeit sowie viele Doppelstrukturen.

Ein wichtiges Element der neuen Tourismuskonzeption wird daher eine ausführliche Darstellung der Aufgaben der verschiedenen Akteure und touristischen Strukturen sein, die den geänderten Aufgaben einer DMO Rechnung trägt. Das dwif erstellte für den Themenworkshop einen ersten Vorschlag als Basis. Welche Aufgaben sollen zukünftig in Baden-Württemberg

  • von der Landesebene,
  • von der regionalen Ebene,
  • von der lokalen und subregionalen Ebene,
  • von den Landkreisen,
  • von den Interessensvertretungen und Branchenverbänden
  • sowie von weiteren Akteursgruppen wie zum Beispiel den Großschutzgebieten

übernommen werden? Die Teilnehmer des Workshops diskutierten und erweiterten die Vorschläge.

Themenworkshop Strukturen

Themenworkshop Strukturen

Ein gemeinsames Verständnis zur Aufgabenteilung ist ein wichtiger Schritt. Es muss jedoch ebenso festgelegt werden, ob und in welcher Form eine solche Aufgabenteilung umgesetzt werden kann. Um die Strukturen zu verbessern, sind dabei verschiedene Maßnahmen denkbar. Ob Anreizsysteme für strukturelle Veränderungen und zur Bildung größerer Einheiten oder Modellprojekte zur Zukunft der „klassischen“ Touristinformation. Generell geht es auch bei diesem Themenfeld – wie so oft – um die Sensibilisierung aller Akteure sowie um das zur Verfügung stellen von Argumentationshilfen für Touristiker.

 

Tourismusbewusstsein

Die Anerkennung des Tourismus als eine der führenden Wirtschaftsbranchen Baden-Württembergs – Der Tourismus als Leitökonomie – ­liegt den Tourismusakteuren im Land nach den Erkenntnissen der Befragungen sehr am Herzen. Dennoch ist das Image bei der Bevölkerung und in der Politik stark verbesserungsfähig. Die Teilnehmer des Workshops diskutieren daher mögliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation.

Hierzu zählt ein gemeinsamer Appell, Tourismus breiter zu verstehen. Neben dem Nutzen für die Gäste geht es ebenso um den Nutzen für Unternehmen und die Bevölkerung. An Maßnahmen wurden erwogen: Eine Medienkampagne, zur Schärfung des Bewusstseins für den Tourismus, die Bestimmung von Kümmerern, die entsprechende Sensibilisierungsmaßnahmen anregen, dem Innenmarketing eine stärkere Relevanz zu geben sowie Initiativen an Schulen.

 

Die konkrete Aufgabenverteilung sowie die entsprechenden Maßnahmen zur Neustrukturierung sowie zur Stärkung des Tourismusbewusstseins werden aktuell konkretisiert.

 


Autor(in): Anja Opper
Ministerium der Justiz und für Europa Baden-Württemberg
E-Mail: tourismuskonzeption-bw@tourismuszukunft.de
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