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Aktuelle Fachtagung der Touristiker in Oberschwaben-Allgäu zeigt Zuversicht und Mut trotz Corona

15. Dezember 2020
Aktuelle Informationen zum Coronavirus (SARS-CoV-2) finden Sie hier.

Mehr als 50 Touristiker aus der Region Oberschwaben-Allgäu kommunizierten digital beim Tourismusforum Oberschwaben-Allgäu 2020

Bad Schussenried/Leutkirch – Im Corona-Jahr 2020 ist nahezu alles anders – dies galt auch für die achte Fachtagung „Tourismusforum Oberschwaben-Allgäu“, die in diesem Jahr digital stattfand. Mehr als 50 Touristiker aus der Region nutzten die Chance, aktuelle Branchen-Informationen zu erhalten und sich auszutauschen. Daniela Leipelt, Geschäftsführerin der Oberschwaben Tourismus GmbH (OTG), begrüßte die Teilnehmer des in Kooperation mit den Industrie- und Handelskammern (IHKs) Bodensee-Oberschwaben und Ulm stattfindenden Jahrestreffens aus dem Studio des Digitalen Zukunftszentrums Allgäu-Oberschwaben in Leutkirch und moderierte die Veranstaltung gemeinsam mit Bernhard Nattermann, Referent für Handel, Dienstleistungen und Tourismus der IHK Bodensee-Oberschwaben.

Die OTG, die im Jahr 2021 ihr 15-jähriges Bestehen feiern wird, habe sich längst als zentraler Kümmerer, Netzwerkpartner und Dienstleistungsanbieter etabliert, lobte Eva-Maria Meschenmoser, Vorsitzende des Aufsichtsrats und der Gesellschafterversammlung der OTG, in ihrer Begrüßungsansprache. Dabei sprach sie die aktuell schwierige Lage durch die Corona-Pandemie an. Mit dem Wellenbrecher-Lockdown seit November sei der positive Trend des Sommers erneut gestoppt worden. Durch die starke Individualisierung der Mediennutzung und des Konsumverhaltens bleibe die Digitalisierung auch im Tourismus ein unabdingbarer Schlüssel zum Erfolg. Angebote und Abläufe müssten angepasst, Strukturen und Destinationen auch im kommenden Jahr zukunftsorientiert weiterentwickelt werden. „Der Tourismus bleibt ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Region“, betonte die Aufsichtsratsvorsitzende und appellierte an die touristischen Akteure Angebote, Netzwerke und Dienstleistungen der OTG zu nutzen und zuversichtlich zu bleiben.

„Mutmacher-Zahlen“ aus 2019
Hoffnung für die Zukunft machte Dr. Bernhard Harrer, Vorstand dwif e. V., den regionalen Tourismusakteuren mit der neuen Studie zum Wirtschaftsfaktor Tourismus in der Ferienregion Oberschwaben-Allgäu auf Datenbasis des Jahres 2019. So wurden in dem Jahr vor Corona knapp 5,3 Millionen Übernachtungen sowie 14,8 Millionen Tagesreisen verzeichnet. 919,8 Millionen Euro Bruttoumsatz insgesamt verbuchte die Region durch den Tourismus (ein Plus von 27,8 Prozent gegenüber 2013), 341,9 Millionen Euro allein durch Tagesgäste. 15.650 Personen könnten durch den Tourismus in der Region ein Primäreinkommen beziehen. „Dies zeigt, dass der Tourismus ein Jobmotor ist und ortsgebundene Arbeitsplätze sichert.“, so Herr Dr. Bernhard Harrer. Perspektivisch könne die Region diese Zielgrößen in den nächsten Jahren wieder erreichen. Aktuell stünden die Beherbergungsbetriebe bundesweit aber durch die Corona-Krise massiv unter Druck, sagte Harrer. 71 Prozent der deutschen Betriebe im Gastgewerbe seien laut einer Umfrage des DEHOGA – Stand: November 2020 – von einer Insolvenz bedroht. Es gebe aber auch Zahlen, die Hoffnung machten: So lag die Zahl der privaten Tagestouristen im August und September dieses Jahres in Deutschland weitgehend über Normalniveau. Auch bei der Übernachtungsentwicklung gab es im September bereits wieder Regionen mit einer positiven Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr. Die Umsatz-Ausfälle im Tages- und Übernachtungstourismus im Tourismusgebiet Oberschwaben-Allgäu von März bis Juni 2020 bezifferte Harrer auf rund 215 Millionen Euro.

„mein.toubiz“-Datenbank und wirhaltenzusammen-bw.de
Seit Juli 2020 nutzt die OTG die landesweite touristische Datenbank „mein.toubiz“, um örtliche Informationen auf Regionsebene zu bündeln sowie diese auf den Plattformen der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW) und anderen Kanälen zur Verfügung zu stellen. Über die neusten Entwicklungen der „mein.toubiz“-Datenbank und dem Portal www.wirhaltenzusammen.de informierte Markus Fehrenbach von der land in sicht AG per Videozuschaltung. Das Portal ging zum ersten Mal am 1. April 2020 an den Start und wurde zu Beginn des zweiten Lockdowns im November wieder neu aufgesetzt. Es bietet Einheimischen und Gästen nun neben Informationen zu Abhol- und Lieferservices von Restaurants und Einzelhandel über neue Schnittstellen auch weitere Funktionalitäten, wie beispielsweise aktuelle Corona-Fallzahlen.

Podiumsdiskussion: Corona-Folgen für den Tourismus
Auch im Bereich Tourismus sei die Digitalisierung durch Corona verstärkt worden und in der Arbeitswelt habe sich viel verändert, sagte Ralf Vogel, Digitalexperte und Vorstand der land in sicht AG, im Rahmen der von Daniela Leipelt und Bernhard Nattermann moderierten Podiumsdiskussion. Dies bestätigten Andrea Nestle, General Managerin Center Parcs Park Allgäu, und Kurt Rimmele, Geschäftsführer der Sonnenhof-Therme Bad Saulgau GmbH und der Tourismusbetriebsgesellschaft Bad Saulgau mbH. „Wir mussten uns von einem Tag auf den anderen völlig neuen Voraussetzungen stellen“, sagte Andrea Nestle. Alle Bereiche seien durch den Lockdown betroffen, Veranstaltungen mussten abgesagt oder digitalisiert werden, so Rimmele. „Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen und Verordnungen mussten wir schnell neue Konzepte entwickeln, neue Strukturen aufbauen, und zugleich das Personal motivieren und ermuntern“, berichteten beide Tourismusvertreter. Die erste Zeit im Sommer sei für Center Parcs nach dem Lockdown super verlaufen, so Andrea Nestle. Die Region Oberschwaben-Allgäu habe als attraktive Destination viel Potenzial. Einfache Erklärungen und Infos seien immens wichtig geworden, unterstreicht Ralf Vogel. Diese sollten auch über Websites und Plattformen, wie insbesondere über „wirhaltenzusammen-bw“ zugänglich und leicht verständlich sein.

Aktuelles Stimmungsbild unter den Teilnehmern
Die Einschätzung der Gäste im Studio teilten auch die Teilnehmer des Tourismusforums, die im Rahmen einer interaktiven Umfrage um ihre Meinung gebeten wurden. Auf die Frage, wie sich die Touristikunternehmen seit März nach innen aufgestellt haben, nannten 95 Prozent an erster Stelle Sicherheits- und Hygienemaßnahmen, gefolgt von Homeoffice (67 Prozent) sowie Marketing- und Vertriebsanpassungen (62 Prozent). Dass sich die Sicherheits- und Hygienekonzepte bewährt haben, waren 91 Prozent der Befragten der Meinung. Auch die Nutzung neuer Kommunikationswege (59 Prozent), Besucherlenkungsmaßnahmen (55 Prozent) sowie neue Angebote (50 Prozent) würden sich auszahlen. Verändert habe sich laut der interaktiven Meinungsumfrage unter anderem auch die Gästestruktur und die Freizeitaktivitäten. Es wurde bestätigt, dass die touristischen Angebote in der Region im Corona-Jahr 2020 verstärkt von Einheimischen und Gästen aus Nahmärkten in Anspruch genommen wurden.

OTG-Geschäftsstelle stellt Jahresthemen 2021 vor      
Am Ende der Fachtagung stellte das Team der OTG die Themenschwerpunkte für das kommende Jahr vor. Als Kampagnen-Thema präsentierte Daniela Leipelt „Landurlaub Oberschwaben-Allgäu“, sowie die Schwerpunkte „Gartenjahr“ und „Entspannter Süden“ in Zusammenarbeit mit der TMBW.

 

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

 

Das Tourismusforum Oberschwaben-Allgäu digital 2020 wurde durchgeführt mit der freundlichen Unterstützung der IHK Ulm und Bodensee-Oberschwaben, des Ministeriums der Justiz und für Europa, der TMBW sowie der land in sicht AG.


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