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„Wir brauchen mehr Zuwanderung“

Ohne gezielte Zuwanderung von Arbeitskräften aus dem Ausland lässt sich der drängende Fachkräftemangel in der Tourismusbranche nicht bewältigen. Darin waren sich die Teilnehmenden der jüngsten Video-Sprechstunde „Frag die TMBW“ einig. Die Herausforderung beschäftigt die Branche flächendeckend in ganz Baden-Württemberg. Ohne politische Lösungen, die mehr Zuwanderung ermöglichen, sei das Problem nicht zu lösen.

Im Gespräch mit Hannes Bareiss vom gleichnamigen Hotel in Baiersbronn diskutierte TMBW-Geschäftsführer Andreas Braun die Auswirkungen des Arbeitskräftemangels und mögliche Lösungsansätze. Anders als viele kleinere Betriebe konnte das Hotel Bareiss trotz Lockdowns bislang fast alle Mitarbeitenden halten. Dass die rund 440 Beschäftigten dem Hotel auch in der Krise die Treue halten, führt der Hotelier auf eine traditionell enge Mitarbeiterbindung zurück. Man verstehe sich als „Bareissianer“, schätze die umfangreichen Aus- und Weiterbildungsinitiativen und eine wertschätzende Führungskultur. Mit digitalen Stammtischen oder virtuellen Kochevents habe man die Mitarbeitenden auch während des Lockdowns nie allein gelassen.

Seinen Kolleginnen und Kollegen empfiehlt Hannes Bareiss, Arbeitszeiten und Arbeitsplätze attraktiv und modern auszugestalten: „Hier kann jeder einzelne Betrieb etwas machen.“ Dennoch ist er davon überzeugt, dass der Arbeitskräftemangel nicht alleine von der Branche oder den Betrieben gelöst werden kann. „Die Herausforderung Fachkräftemangel kann nicht in Deutschland gelöst werden. Wir brauchen mehr gezielte Zuwanderung und ein neues Einwanderungsgesetz“, so Bareiss. Auch Mitarbeitende aus EU-Ländern seien keine dauerhafte Lösung, man brauche Zuwanderung aus Drittstaaten.

Eine Umfrage unter den Teilnehmenden der Videosprechstunde bestätigte, wie sehr der Arbeitskräftemangel den Tourismus schon heute dominiert. Auf einer Skala von 0 bis 10 stuften die Befragten die Herausforderung im Schnitt bei 9 und damit sehr hoch ein. Als konkrete Auswirkungen nannten die Teilnehmenden unter anderem eingeschränkte Öffnungszeiten, Umsatzverluste oder gestiegene Recruiting-Kosten. Außerdem leide die Stimmung innerhalb der bestehenden Teams und innovative Projekte im Bereich Digitalisierung könnten nicht umgesetzt werden.

Bei möglichen Lösungsansätzen fehlte es den Teilnehmenden nicht an Ideen. Neben Zuwanderung und politischer Unterstützung bei der Rekrutierung ausländischer Arbeitskräfte müsse auch das Image der Branche durch gezielte Kampagnen verbessert und für eine Ausbildung im Tourismus geworben werden. Deutlich wurde dabei vor allem eines: Die einzelnen Betriebe und Organisationen können alleine nur wenig ausrichten. Ohne eine gemeinsame Kraftanstrengung von Betrieben, Verbänden und Politik wird die Herausforderung Fachkräftemangel nicht zu lösen sein.

„Wir werden das Thema Arbeitskräftemangel künftig intensiv begleiten und uns bei der Politik für Lösungsansätze stark machen“, versprach abschließend Andreas Braun. „Die Branche muss hier eng zusammenrücken, ohne Zusammenarbeit und Kooperationen kommen wir nicht ans Ziel.“



Autor(in): Martin Knauer
Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg
Pressesprecher
E-Mail: m.knauer@tourismus-bw.de


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