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Vom Werksverkauf zum Shopping-Mekka

Was einst als Fabrikverkauf von Hugo Boss begann, ist heute das größte Outlet Europas. 2022 feiert die Outletcity Metzingen ihre Grundsteinlegung durch den Werksvertrieb der Modemarke vor 50 Jahren. Inmitten der württembergischen Weinlandschaft ist das Angebot an weltbekannten Namen und Luxusmarken groß. Ihren besonderen Charme hat sich die Ouletcity über die Jahrzehnte jedoch bewahrt.

Meist landet dann doch mehr in der Einkaufstasche, als ursprünglich gewollt. Das umfassende Produktangebot in Kombination mit Preisen weit unter dem Durchschnitt lässt Schnäppchenjäger schwach werden. Freundinnen von Kosmetikprodukten werden in der Outletcity Metzingen ebenso fündig wie Hausmänner auf der Suche nach einer neuen Küchenmaschine. Laufend kommen neue Produktkategorien und Marken dazu, wenn es aber einen Industriezweig gibt, ohne den die Outletcity nicht gedacht werden kann, dann ist es die Textilbranche. Denn mit einem Unternehmen ist sie besonders eng verbunden: Hugo Boss.

Ein Modeunternehmen stellt die Weichen

Anfang des 18. Jahrhunderts siedelten sich in Metzingen die ersten Gerberbetriebe an, vor 200 Jahren galt der Ort am Rande der Schwäbischen Alb als Hochburg der Textil- und Lederherstellung in Deutschland. Ein Umfeld, das für Hugo Ferdinand Boss, ein Sohn der Stadt, nicht geeigneter hätte sein können, um in seiner Heimat ab 1924 Berufskleidung und andere Textilien herzustellen. Vor allem Herrenanzüge sind es, mit denen sich Hugo Boss im Laufe der Jahrzehnte einen Namen in der Modewelt macht. Boss‘ Schwiegersohn Eugen Holy und nach ihm dessen Söhne Uwe und Jochen formen das Unternehmen ab den 1950er-Jahren zu dem internationalen Modekonzern, der er heute ist. 1972 hatten die beiden Geschäftsführer dann eine folgenreiche Idee: Sie führten an der Produktionsstätte in Metzingen einen Fabrikverkauf ein. Zwischenhändler und Transportkosten entfallen, die Ware wird zu vergünstigten Preisen an den Mann und die Frau gebracht. Die Holys konnten wohl kaum absehen, welchen Stein sie damit ins Rollen brachten.

„Ohne Hugo Boss gäbe es keine Outletcity in Metzingen“, ist sich René Kamm, Managing Director der Outletcity Metzingen, sicher. Was nicht heißt, dass die Stadt durch das deutschlandweit erste Outlet sofort zum Shoppingparadies aufstieg. Noch eine ganze Weile bestimmte Lagerhallen-Atmosphäre den Werksverkauf des Modeunternehmens, war doch über mehr als 20 Jahre Hugo Boss weiter der einzige Verkäufer. Das änderte sich, als die Gebrüder Holy die Firma verließen. 1995 gründeten sie eine Immobilienverwaltungsgesellschaft, deren Grundstücke es von da an ermöglichten, dass aus dem einzelnen Outlet die Stadt in der Stadt werden konnte.

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Einkaufen in entspanntem Ambiente

Zwei Jahre später schlugen die ersten drei von heute 150 Premium- und Luxusmarken ihre Lager in Metzingen auf. Die Outletcity beginnt zu wachsen, aber sie stülpt sich dem Weinbauort Metzingen nicht über, macht aus der Gemeinde keine seelenlose Shoppingdestination. Vielmehr hat sie sich einen ästhetischen Anspruch über die Jahre erhalten. Der Outletcity war es immer ein Anliegen, Raum zu lassen und zum Verweilen einzuladen. Plätze und Brunnenanlagen fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein, Cafés und Restaurants sorgen für genussvolle Pausen zwischen Klinkerfassaden. Die Outletcity ist in Metzingen zum integralen Bestandteil der lebendigen Innenstadt geworden.

„Ich bin überzeugt, das ist auch ein Grund, weshalb die Outletcity bei so vielen internationalen Gästen beliebt ist“, sagt TMBW-Geschäftsführer Andreas Braun. „In Metzingen ist die Verbindung zu den Ursprüngen immer intakt geblieben, die Region präsent. Wer eben noch seinen neuen Lieblingsduft ergattert hat, kann den Abend in der Altstadt mit einem Gläschen von heimischen Erzeugerinnen und Erzeugern ausklingen lassen. Das ist in dieser Kombination einmalig.“

Auf dem Weg zur Erlebnisdestination

Tatsächlich trifft sich in Metzingen die Welt: Mehr als vier Millionen Menschen aus 185 Ländern besuchten die Outletcity vor Corona. Über die Jahre hat sich Metzingen den Ruf erarbeitet, am Rande der Schwäbischen Alb Konsumententräume zu erfüllen, und gehört bundesweit zu den zehn wichtigsten Shoppingstädten für Gäste aus dem Ausland. Die Pandemie zeichnet auch hier seit zwei Jahren ein anderes Bild, bietet aber Chancen für neue Ansätze, die die Outletcity nutzen will.

„Wir sind davon überzeugt, dass zukünftig neben dem reinen Shopping-Erlebnis vor allem die Experience außerhalb der Stores eine tragende Rolle spielen wird“, sagt René Kamm. Die Outletcity will sich langfristig als Erlebnisdestination etablieren, mit Kunstperfomances, Ausstellungen und Attraktionen. Dafür entstehen weiter neue Areale, 2020 erst die „Enzian Höfe“, die neben Geschäften auch Wohnungen und ein Soft-Medical-Center umfassen. Angesiedelt sind sie im Umfeld der historischen Seifenfabrik, deren Schornstein in Backsteinoptik das Viertel somit auch nach über 150 Jahren weiterhin prägt. Die Outletcity bleibt sich treu und erschafft Neues, ohne Tradition und Geschichte des Standorts zu vergessen. Nicht zuletzt mit dem Bau von Hotels bereitet sie sich nun darauf vor, ihre Gäste im Jubiläumsjahr in Empfang zu nehmen und ihnen ein Erlebnis zu bieten, das über volle Einkaufstaschen weit hinausgeht.

Dieser Beitrag ist ein Artikel aus der jüngsten Ausgabe des Magazins „Tourismus Aktuell“. Darin informiert die TMBW zweimal im Jahr über aktuelle Trends und Entwicklungen im Tourismus. Das Magazin kann kostenlos bestellt oder abonniert werden.

Ansprechpartner für “Tourismus Aktuell”:
Dr. Martin Knauer
m.knauer@tourismus-bw.de



Autor(in): Tim Müller
Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg
Projektmanager Kommunikation & Koordination
E-Mail: t.mueller@tourismus-bw.de
Kategorien:
Aktuelles


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