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Bäderbranche trifft sich in Bad Rappenau – Wirtschaftsministerium steht für die Prädikate im Land ein

Bad Rappenau. Überschattet von der aktuellen Diskussion über die Kostensteigerungen im Energiesektor, dem Lebensmittelbereich, dem Dienstleistungsbereich und unter dem Druck des Fachkräftemangels trafen sich die 55 höherprädikatisierten Heilbäder und Kurorte am 10. Oktober zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung. Im Rahmen des diesjährigen Bädertages stellte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL die Kampagne des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus zur Inwertsetzung des Prädikats und damit die besondere Bedeutung der Heilbäder und Kurorte für das Land vor.

Unter dem Slogan „Ausgezeichnet lebenswert!“ will das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus für das Prädikat und die damit verbundenen Möglichkeiten werben. „Gerade im ländlichen Raum ist das Prädikat sehr hilfreich. Um die Auszeichnung zu erhalten, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden – etwa eine gute Infrastruktur, eine ärztliche Grundversorgung sowie ein breites Erholungs- und Freizeitangebot. Diese wichtigen Standortfaktoren gilt es im Rahmen der Kampagne hervorzuheben. Die Kampagne soll den Menschen vor Ort ins Bewusstsein rücken, welchen Beitrag die Kur- und Erholungsorte für einen nachhaltigen Tourismus leisten“, so Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL. Im Rahmen der Initiative „Du bist Tourismus“ wird bereits für mehr Tourismusbewusstsein und Tourismusakzeptanz in der Bevölkerung geworben. Innerhalb des Projekts soll nun mit der Inwertsetzungskampagne „Ausgezeichnet lebenswert!“ auch die Bedeutung und das Bewusstsein für die Kur- und Erholungsorte im Land gesteigert werden. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf die höherprädikatisierten Heilbäder und Kurorte gelegt.

„Dieser Fokus auf höherprädikatisierte Orte ergibt sich daraus, dass sie zur Anerkennung und in Bezug auf die Abgabe von ortsgebundenen Heilmitteln deutlich mehr gesundheitstouristische Infrastruktur anbieten müssen als z.B. Erholungsorte oder Luftkurorte“, erläutert der Präsident des Heilbäderverbandes Fritz Link. Denn die höherprädikatisierten und damit ausgezeichneten Orte schaffen nicht nur zahlreiche Arbeitsplätze, sie sorgen auch für die gesicherte Grundversorgung und punkten mit Erholungs- und Freizeiteinrichtungen und einem bunten Veranstaltungsprogramm. So profitiert Baden-Württemberg beispielsweise von 35 Thermalbädern, die nicht nur zur Erholung genutzt werden, sondern auch zur Prävention und vor allem auch eine große Rolle bei der Rehabilitation sowie im Bereich der Therapien einnehmen. Besonders die Heilbäder waren bereits durch die Corona-Krise stark belastet und sind nun auch durch die Energiekrise zunehmend gefährdet.

So gehen einer Mitgliederbefragung des Verbands zufolge alle Thermenbetreibenden von sehr starken Steigerungen der Energiekosten für das kommende Jahr aus. Im Schnitt wird pro Therme mit einer prozentualen Kostensteigerung von 200% (im Vergleich zum Vorjahr) gerechnet.[1] Energiesparmaßnahmen sind bereits in den baden-württembergischen Thermen selbstverständlich und das Portfolio der ergriffenen Maßnahmen ist breit aufgestellt. Die aktuelle Krisensituation führt auch zu einer Sensibilisierung für nachhaltigeres Wirtschaften in den Thermenbetrieben. So diskutieren zum Befragungszeitpunkt 55% der Thermenbetreibenden aktiv über künftige Maßnahmen, die sie unabhängiger von fossilen Rohstoffen machen und 27% der Thermen haben diesbezüglich bereits Umsetzungsschritte eingeleitet bzw. geplant.

„Weiterentwicklung“, so Verbandspräsident Link, „ist nötig und gewünscht – jedoch sind die Spielräume der Thermen nach den Pandemiejahren und den aktuell explodierenden Kosten sehr begrenzt. Umso mehr freut es die Branche, dass die Politik in Baden-Württemberg mit der Kampagne „Ausgezeichnet lebenswert!“ einmal mehr verdeutlicht, wie außerordentlich wichtig Heilbäder und Kurorte im Land sind und welche Strahlkraft die ortsgebundenen Heilmittel innehaben.“ Der Oberbürgermeister von Bad Rappenau, Herr Sebastian Frei, sieht den Grundstein der heutigen Kurstadt beispielsweise in der Entdeckung der „Sole“ vor genau 200 Jahren. Dieses Jubiläum wird in diesem Jahr auch besonders gefeiert und dabei wird das natürliche und ortsgebundene Heilmittel auf vielerlei Weise sicht- und erlebbar gemacht. „Neben dem Gradierwerk, der Therme und dem Bohrturm wird in diesem Jahr durch zahlreiche Veranstaltungen der Fokus auf dieses besondere und für die Stadt wertvolle ortsgebundene Heilmittel und das Prädikat als Soleheilbad gelegt“, so der Oberbürgermeister.

Für diese Sichtbarmachung der ortsgebundenen Heilmittel sowie die Prädikatisierung steht die Bäderfamilie von der Orts- bis zur Landesebene ein. Denn die Heilbäder und Kurorte in Baden-Württemberg fungieren nicht nur als touristischer Akteure, sondern auch als Lebensmittelpunkt und Wohnort. So kommen die zahlreichen Kriterien, die im Zuge der Höherprädikatisierung eines Ortes erfüllt sein müssen, sowohl Besuchenden, Patienten sowie der ganzen Bevölkerung zugute. Diese Mehrwerte sollen im Rahmen der Kampagne „Ausgezeichnet lebenswert!“ gezielt der Bevölkerung über viele Kanäle nähergebracht werden, so dass Baden-Württemberg auch künftig ein starkes Bäderland Nr. 1 in Deutschland bleibt.

[1] Die Daten wurden vor Bekanntgabe der Einführung eines Gaspreisdeckels erhoben. Zum Zeitpunkt der Auswertung liegen den Thermenbetreibenden noch keine Informationen bzgl. der Ausgestaltung vor; über Entlastungen kann zum Auswertungszeitpunkt nur spekuliert werden.





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